Das Schlossgespenst feiert seinen 50. Geburtstag
Ein kleines Schlossgespenst hat genug vom Alleinsein in einem riesigen, alten Schloss. Deshalb hängt es ein großes Plakat auf: “Schlossbewohner dringend gesucht!“. Der junge Maler Balduin, seine Katze namens Prinzessin, sein Hund Wuff und das Auto Kükika ziehen ein. Bevor die vier aber Freunde werden, gibt es noch viele Vorfälle und Überraschungen – denn schließlich hat jeder von ihnen so seine Eigenarten.
Die Urfassung - ein „Betzhupferl“
Die Urfassung dieser heiteren Geschichte feiert ihren 50. Geburtstag. Wenn man dieses Büchlein durchblättert wundert man sich, denn es ist nicht nur ganz anders als alle anderen Bücher, die Mira Lobe mit der Illustratorin Susi Weigel verfaßt hat. Es ist auch anders als die Erzählung Das Schlossgespenst, die ein paar Jahre später erschien. Denn die 1976, also vor genau 50 Jahren erschienene Urfassung von Das Schlossgespenst ist etwas, das man heutzutage Graphic Novel oder Comic nennen würde - eine Erzählung in Form einer Bilderfolge. Dieses Buch - eigentlich eher ein Heft - erschien in der Reihe „Betzhupferl“ des Anette Betz Verlages. Es ist in typischer Comic- oder Graphic-Manier von der ersten bis zur letzten Seite voll mit Bildkästen, zwischendurch gibt es auch großflächigere Zeichnungen und überall die typischen Sprech- und Denkwolken, in denen sich der Text befindet.
Wie wir allerdings aus ihren handschriftlichen Aufzeichnungen erfahren war die passionierte Geschichtenerzählerin Mira Lobe alles andere als begeistert darüber den Text auf wörtliche Rede reduzieren zu müssen, um ihn dann irgendwie in die Sprechwolken hineinzuzwängen. Doch die Zeichnerin Susi Weigel, die stets eine unübersehbare Neigung zu einem karikaturistischen Zeichenstil hatte, war von dem Auftrag ein ganzes Comicheft zu gestalten überaus begeistert. Und so war es eher ein Freundschaftsdienst, dass Mira Lobe ihre eigene Neigung zum phantasievollen Erzählen hintanstellte und sich eher widerwillig als Autorin eines Kinder-Comics bzw. einer Graphic Novell für Kinder befleißigte. Diese Urversion aus dem Jahr 1976 war bald vergriffen und ist heute mit etwas Glück nur mehr im antiquarischen Buchhandel zu kriegen.
Die Erzählung - ein Bestselle
Aber seit 1982 publiziert der Arena-Verlag die Erzählung Das Schlossgespenst als Hardcover-Buch, aber auch als Taschenbuch. Mira Lobe hatte in der Zwischenzeit die Comic-Urversion in die spannend-unterhaltsame Geschichte umgeschrieben, die sich seit 44 Jahren größter Beliebtheit, insbesondere bei Grundschulkindern erfreut.
Von Anfang an war dieses Buch ein Bestseller und wird bis heute ununterbrochen - derzeit in der insgesamt 50. Neuauflage - nachgedruckt. Obschon im Laufe der vielen Jahre das Titelbild immer wieder neu gestaltet wurde, ist der Inhalt unverändert geblieben.
Erstlesebuch und Unterrichtsmaterialien
Und noch ein Grund, warum gerade jetzt Das Schlossgespenst besondere Aufmerksamkeit verdient: Wie man auf den Titelbildern der meisten Ausgaben sehen kann ist es mit dem Zusatztitel „Erstlesebuch“ versehen. Die Erzählung eignet sich sich also ganz besonders dafür Grundschulkinder zum selbständigen Bücherlesen zu motivieren. Unterstützung dafür bieten die hervorragende Unterrichtsmaterialien, die sogar gratis als PDF-Datei heruntergeladen werden können.
Entlang der 75 Seiten des Buches gibt es hier verschiedene, animierende Aufgaben für die Kinder, so dass sie sich diesen Lesestoff mit spielerischer Aktivität aneignen können.
Fortsetzung: Das Schlossgespenst macht Dummheiten
Weil ja jetzt die Zeit des Schulbeginns und des Leselernens begonnen hat, sei das Buch allen Grundschullehrerinnen und -lehrern als Klassenlektüre mit Unterstützung der Unterrichtsmaterialien empfohlen.
Weil das Taschenbuch Das Schlossgespenst so ein großer Erfolg war erschien 1992 eine zweiter Band mit dem Titel: Das Schlossgespenst macht Dummheiten, der über etliche Jahre hinweg in mehreren Auflagen nachgedruckt wurde.
Von diesem Band Das Schlossgespenst macht Dummheiten erschien 2006 eine gekürzte Fassung mit dem Titel Das Schlossgespenst und der Feuerspuk als Hardcover.
Als Lizenzausgabe für mehrere Buchgemeinschaften erschien Das Schlossgespenst nochmals in anderer Form, nämlich als ein Hardcoverbuch, das zusätzlich noch die Mira Lobe-Erzählung Die Zauberschleife beinhaltet.
Wie bei all den anderen Bestsellern von Mira Lobe gibt es mehrere Editionen in anderen Sprachen, sowohl von Das Schlossgespenst als auch von Das Schlossgespenst macht Dummheiten.