Von Mira Lobe verfasste Romane für ältere Kinder,
Jugendliche oder Erwachsene
Der Anderl
Das Buch erzählt vom Tiroler Freiheitskampf 1809 aus der Sicht des elfjährigen Andreas Speckbacher, eine reale historische Person, genannt Anderl. Sein Vater, der Speckbacher-Bauer, ist Adjutant des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer und dementsprechend in der Schlacht gegen die bayrisch-französischen Okkupanten. Dort will auch Anderl unbedingt hin. Trotz des elterliche Verbots reisst er von zu Hause aus und geht an die Front, wo er gefährliche Botengänge und Sabotageaktionen auf Seiten der Freiheitskämpfer unternimmt.
Der Roman hält sich eng an die historischen Tatsachen, erzählt von Begeisterung, Heldentum, Übermut und Verzweiflung. Ohne zu werten, öffnet er den Blick auf wichtige Ereignisse der Geschichte Europas.
Empfohlenes Lesealter ab 12 Jahre.
Das Buch ist 1955 erstmals bei Schönbrunnverlag erschienen. Das Titelbild dieser Erstausgabe wurde von dem Tiroler Maler Alfons Walde, gestaltet. Eine illustrierte Lizenzausgabe erschien bei Jung-Donauland. 1958 folgte bei Kinderbuchverlag, Berlin eine weitere Ausgabe. 1981 brachte der Verlag Tyrolia eine neue Ausgabe mit dem Titel „Anderl, der Speckbacherbub“ heraus. Das Titelbild dieser Ausgabe gibt Franz Defreggers berühmtes Gemälde vom 1869: „Speckbacher und sein Sohn Anderl“ wieder. Es zeigt eine Szene zwischen Speckbacher Vater und Sohn und Andreas Hofer, die auch im Buch eine bedeutsame Rolle spielt.
Das Buch ist derzeit vergriffen. Aber die oben erwähnten Ausgaben sind im Antiquariatshandel erhältlich.
Die Räuberbraut
Mathilde Meier, 13 Jahre, ist ein kritisches offenherziges Mädchen, was sie in der Schule oft in Schwierigkeiten bringt und auch zu Hause manch heftige Diskussion zur Folge hat. Eines Abends liest sie heimlich unter ihrer Bettdecke die Geschichte von Robin Hood, worauf sie sich in ihren eigenen Räuberwald hinein träumt. Dort ist sie Isabella della Ponte, Braut von Don Diego, der Anführer einer Räuberschar ist, die gemeinsam ausziehen um die Welt zu verbessern. Die Räuber wohnen in den Bäumen und sind natürlich auf Pferden unterwegs. Immer bevor Mathilde/Isabella della Ponte sich in den Räuberwald hineindenkt, gibt es entweder in der Familie oder in der Schule Gespräche über ein aktuelles Geschehen in der Welt: Kriege, unwürdige Behandlung von Flüchtlingen und Asylanten, Ausbeutung, Ölpest, Umweltzerstörung, menschengemachte Naturkatastrophen, Hunger in den armen Teilen der Welt. Das sind die Grundthemen dieser „Raubzüge“. Sie ziehen los, helfen den Armen und bestrafen die „Bösen“. Die Erzählebene wechselt zwischen Mathildes realem Leben und diesen Träumen. Am Ende findet Mathilde einen Weg, „wirklich etwas zu tun“, indem sie mit ihren Mitschülern zusammen gegen Ungerechtigkeiten in der Schule vorgeht.
Empfohlenes Lesealter ab 13 Jahre
Das Buch ist 1974 erstmals bei Verlag für Jugend und Volk erschienen. 1977 folgte bei Kinderbuchverlag, Berlin eine weitere Ausgabe. Im selben Jahr erschien ein Taschenbuchausgabe bei rororo Rotfuchs 1988 brachte der Jungbrunnenverlag eine neue Ausgabe heraus. Ferner erschien 1989 eine Hörbuch-Tonkasette des Österreichischen Blindenverbandes und 1991 eine Ausgabe für Sehgeschädigte.
Das Buch ist derzeit vergriffen. Aber die oben erwähnten Ausgaben sind im Antiquariatshandel erhältlich. Außerdem gibt es eine Verfilmungsoption eines österreichischen Produzenten.
Meister Thomas in Sankt Wolfgang
In dieser Erzählung geht es um ein kunsthistorisches Ereignis aus dem Jahr 1675. Der österreichische Barockkünstler Thomas Schwanthaler erhält den Auftrag seines Lebens: Er soll einen neuen Altar für die Wallfahrtskirche St. Wolfgang schaffen. Was geht es ihn an, dass dafür ein alter Altar abgerissen werden muss? Doch als der Holzschnitzer die Kirche betritt, raubt ihm die Schönheit des gotischen Meisterwerkes von Michael Pacher den Atem. Darf ein solches Kunstwerk zerstört werden? Eine lange Nacht bricht an, in der Meister Thomas einen Weg sucht zwischen Karriere und Gewissen.
Diese Erzählung ist für Jugendliche wie für Erwachsene gleichermaßen geeignet. Insbesondere für solche, die an historischen Erzählungen und an kunsthistorischen Themen interessiert sind.
Das Buch ist 1965 erstmals bei Verlag für Jugend und Volk erschienen. 1991 gab derselbe Verlag eine neugestaltete Ausgabe heraus. 1983 erschien die Erzählung als Taschenbuch bei dtv - Junior.
Das Buch ist derzeit vergriffen. Aber die oben erwähnten Ausgaben sind im Antiquariatshandel erhältlich.
Die Sache mit dem Heinrich
Dieses Buch erzählt die Geschichte von Julia, die entdeckt, dass ihr Mitschüler Heinrich blaue Flecken und Striemen am Rücken und am Hinterkopf eine blutverkrustete Wunde hat. Sie hat allen Grund zu vermuten, dass er zu Hause geprügelt wird. Sie will ihm helfen und stößt überall auf Ablehnung: Heinrich verweigert jeden Kontakt und die Lehrerin und der Schuldirektor fürchten Komplikationen, wenn das offen angesprochen wird. Auch Julias Eltern, die sie stets zu Mitgefühl und Hilfsbereitschaft erzogen haben, raten ihr ab, sich in diesem Fall zu engagieren. Auf sich allein gestellt gibt Julia dennoch nicht auf, denn sie findet Prügel unmenschlich. Die Geschichte von Heinrich und Julia ist der Versuch, an einem Einzelschicksal einen Notstand unserer Gesellschaft zu erhellen, mit dem Kinder und Jugendliche immer wieder konfrontiert werden. Das Buch zeigt uns, dass sich Zivilcourage auch unter schwierigsten Bedingungen lohnt.
Empfohlenes Lesealter ab 12 Jahre
Das Buch ist 1989 bei Jungbrunnenverlag erschienen und derzeit in der 9. Auflage im Buchhandel erhältlich. 1991 kam es als als Taschenbuch in der Serie Arena-TB heraus. 2004 wurde von Preiser Records ein Hörbuch herausgebracht, das von Danielle Spera vorgelesen wird.
Das Buch gibt es auch in etlichen fremdsprachigen Ausgaben, in Chinesisch, Dänisch, Griechisch, Katalanisch, Kroatisch, Slowenisch und Spanisch.